Künstliche Befruchtung - Teil 1: GKV

Die gesetzliche und private Krankenversicherung sehen unterschiedliche Leistungen vor, wenn es um die Behandlung bei unerfülltem Kinderwunsch geht.

Im ersten Teil erklärt unser Partner BKK VBU, welche Leistungen gesetzlich Krankenversicherten zustehen.

 

Was kostet eine künstliche Befruchtung?

Die Kosten einer Kinderwunschbehandlung sind – je nach Ursache der Unfruchtbarkeit und nach Art der Behandlung – unterschiedlich. Im Schnitt müsst Ihr von Kosten in Höhe von ca. 2.500 bis 5.000 € je nach Methode ausgehen.

Die GKV übernimmt alle Maßnahmen für eine künstliche Befruchtung zu 50 %.

Das bedeutet:

  • bei Samenübertragung (Insemination) ohne Hormonstimulation bis zu 8-mal
  • bei der Samenübertragung nach hormoneller Stimulation bis zu 3-mal
  • beim intratubaren Gametentransfer bis zu 2-mal
  • bei der In-Vitro-Fertilisation (IVF) bis zu 3-mal
  • bei der intrazytoplasmatischen Spermieninjektion (ICSI) bis zu 3-mal

Damit die Kosten der Leistung übernommen werden, müssen Paare folgende Voraussetzungen erfüllen:

  • beide Versicherte sind miteinander verheiratet.
  • Samen und Eizellen werden ausschließlich von den Ehepartnern entnommen.
  • sowohl der Mann als auch die Frau haben das 25. Lebensjahr vollendet.
  • weibliche Versicherte haben noch nicht das 40. Lebensjahr vollendet.
  • männliche Versicherte haben noch nicht das 50. Lebensjahr vollendet.

Was ist mit den anderen 50%?

Dabei gilt in der GKV das Körperprinzip: Eine Krankenkasse übernimmt nur Kosten, die bei Behandlungen am Körper ihrer eigenen Versicherten anfallen.
Kosten, die am Körper der Partner entstehen, finanziert die Kasse nicht, sofern die Ehepartner nicht bei derselben Kasse versichert sind.

Wie funktioniert künstliche Befruchtung eigentlich?

Eine künstliche Befruchtung kann im Körper und außerhalb des Körpers vorgenommen werden. Für beide Arten gibt es unterschiedliche Methoden. Genau genommen stellen die meisten Methoden nur bessere Bedingungen für eine natürliche Befruchtung her, indem zum Beispiel der Weg zu den Eizellen für die Spermien verkürzt wird oder die Eizellen hormonell optimal vorbereitet werden.

Insemination (Samenübertragung) im Spontanzyklus
Die Insemination wird häufig angewandt, wenn die Samenzellen das Problem sind, beispielswiese wenn die Spermien zu langsam sind oder eine zu geringe Anzahl Spermien produziert wird. Dann verkürzt man künstlich den Weg, den die Samenzellen gehen müssen und spritzt diese direkt in die Gebärmutter, den Gebärmutterhals oder den Eileiter. Von dort aus müssen die Spermien alleine ihren Weg zu den reifen Eizellen finden. Für den Erfolg der Methode ist deshalb der Zeitpunkt der Samenübertragung wichtig, am besten 12 bis 24 Stunden vor dem Eisprung.

Insemination (Samenübertragung) nach hormoneller Stimulation
Hier werden vor der Samenübertragung die Eierstöcke durch hormonähnliche Medikamente stimuliert. Diese regen die Eizellreifung an und bereiten diese auf die Samenübertragung vor.

Intratubarer Gametentransfer
Bei dieser Methode werden Samen- und Eizellen gleichzeitig mit einem Katheter in den Eileiter gespült. Die Befruchtung der Eizellen muss dann im Eileiter auf natürliche Weise stattfinden. Ei- und Samenzellen werden auch als Gameten (Keimzellen) bezeichnet. Und „intratubar“ bedeutet, dass die Übertragung im Eileiter stattfindet.

In-Vitro-Fertilisation (IVF) mit Embryotransfer
Genau genommen ist auch diese Befruchtung noch nicht künstlich, denn die Spermien verschmelzen auf natürliche Weise mit den Eizellen – nur nicht im Körper, sondern im Reagenzglas. Die IVF dauert mehrere Wochen, in denen viele zeitlich genau aufeinander abgestimmte Schritte erfolgen müssen. Im ersten Schritt wird der Eierstock der Frau durch hormonelle Stimulation zum Heranreifen mehrerer Eizellen angeregt. Diese Eizellen werden dann entnommen und in eine Nährlösung gegeben, anschließend werden sie mit den Spermien des Partners zusammengebracht. Hat die Befruchtung geklappt, werden nach zwei bis drei Tagen bis zu drei befruchtete Eizellen in die Gebärmutter übertragen.

Intracytoplasmatische Spermieninjektion (ICSI)
Diese Methode unterscheidet sich von der In-Vitro-Fertilisation (IVF) nur dadurch, dass das einzelne Spermium unter dem Mikroskop in das Zytoplasma einer Eizelle eingespritzt wird. Hier wird die Eizelle also tatsächlich künstlich befruchtet. Vorher wird der Eierstock der Frau hormonell stimuliert, einige reife Eizellen werden entnommen und für die künstliche Befruchtung mit dem Spermium vorbereitet. Nach der Zellteilung werden die befruchteten Eizellen in die Gebärmutter übertragen. Die ICSI wird vor allem angewandt, wenn die Spermien zu unbeweglich sind oder die Spermienzahl im Ejakulat zu niedrig ist – oder eine IVF nicht den Erfolg brachte.

Bettina Willeke
Leiterin ServiceCenter Potsdam

__________________________________

Unternehmensbereich Kunden und Markt

Region Berlin / Brandenburg
BKK·VBU
Hebbelstr. 1 a, 14467 Potsdam
Tel:      (0331)   20 05 82 11
Fax:      (0331)   20 05 82 19
bettina.willeke@bkk-vbu.de

© BKK·VBU

back
0800-600 88 00
hotline